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Time Shifting Education

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Der gedrehte Klassenraum

Bildquelle:

Zum Begriff:
“Flipped instruction (flipped classrooms, vodcasting, time-shifted instruction) allows students to view or review a lecture when they are ready to, at their own pace. This requires teachers to record lectures either live or, more often than not, prior to delivery.”

Woher stammt die Idee?

Vermutlich liegt es daran, dass die Kahn-Akademie eine Vielzahl von Videos zum Thema Mathematik produziert hat, die im Netz frei verfügbar sind. Diese Videos lassen sich als open educational resources begreifen. Es hat jedoch den Anschein, dass solche Ressourcen nicht selbsterklärend sind. Offenbar bedarf es Formen der Übung und die Möglichkeit zur Klärung von Fragen, die die Video-Präsentation nicht abdeckt. Kurz. Offene Bildungsressourcen ohne die notwendige Unterstützung sind nur bedingt hilfreich. Was also liegt näher, als diese Videos zu einem Akt des „selbstgesteuerten Lernens“ zu machen und im Anschluss Übungen zu diesem Videos anzubieten. Inzwischen ist das Thema auf andere Fächer ausgedehnt worden. Es geht nicht mehr nur um Mathematik.

Was er ist und was nicht:

„The Flipped Classroom is NOT:
A synonym for online videos. When most people hear about the flipped class all they think about are the videos.  It is the the interaction and the meaningful learning activities that occur during the face-to-face time that is most important.
About replacing teachers with videos.
An online course.
Students working without structure.
Students spending the entire class staring at a computer screen.
Students working in isolation.

The Flipped Classroom IS:
A means to INCREASE interaction and personalized contact time between students and teachers.
An environment where students take responsibility for their own learning.
A classroom where the teacher is not the „sage on the stage“, but the „guide on the side“.
A blending of direct instruction with constructivist learning.
A classroom where students who are absent due to illness or extra-curricular activities such as athletics or field-trips, don’t get left behind.
A class where content is permanently archived  for review or remediation.
A class where all students are engaged in their learning.
A place where all students can get a personalized education.” (Jon Bergmann, Jerry Overmyer and Brett Wilie)

Ein Modell:

Bildquelle

Adaptation:
Wenn man als Dozent ganz findig ist, greift man nicht auf das Material von Kahn  zurück, sondern zeichnet seine eigene Vorlesung auf und verfährt nach dem gleichen Muster. Die pädagogische Rechtfertigung dafür bezieht man dann aus der Idee, dass bei einer Vorlesung als Zuhörer zu einem Lernen im Gleichschritt verdammt sind. Zwar ist nicht klar, wer eine solche Unterstellung in die Welt gesetzt hat und ob sie überhaupt einen  vernünftigen Sinn hat. (Vorlesungen sind eine Form der rhetorischen Kommunikation. Bei Kommunikation ist natürlich mitgedacht, dass es mindestens eine dreistellige Relation und dabei einen Empfänger gibt. Jede Rede setzt voraus, dass es zu einem Verstehen kommt, auch wenn die Kommunikation unwahrscheinlich im Sinne von Luhmann ist. Was den Bezug auf die Vorstellung des Lernens angeht, muss man ohnehin feststellen, dass wir nicht wissen, was Lernen ist. Da helfen auch die verschiedenen Lerntheorien nicht wirklich weiter. Sie beleuchten einzelne Aspekte. Was Lernen ist und wie es funktioniert, wissen wir trotzdem nicht.)

Was bringt das alles den Studierenden?

1) Sie müssen nicht ihre Zeit in Vorlesungssälen verbringen und können sich zu ihrer Zeit den Lektionen zuwenden. Ein Gewinn ist also die zeitliche Flexibilität. Anderseits werden sie 90 Minuten für die Lektion aufwenden müssen. Danach werden sie weitere 90 Minuten mit Übungen zubringen müssen. In der Summe ist nichts erreicht. Der zeitliche Gesamtumfang bleibt konstant. Der Zugewinn ist die relativ freie Zeiteinteilung zur Konsumption der Lektion, die auch unterbrochen, wiederholt und fortgesetzt werden kann.

2) Alternativ zu den Videos könnte man aber auch Lehrbücher einsetzen und lesen lassen und nach dem gleichen Muster verfahren. Wozu also Bildungskonserven produzieren. Was soll der Mehrwert sein. Ein Buch ist noch flexibler als jedes Videoformat.

3) Denkbar ist auch, dass man Studierenden aufgezeichnet Vorlesungen im Anschluss an die Veranstaltung aushändigt. Das dient dann der Nacharbeit und würde dem vorgeblichen Lernen im Gleichschritt ebenso vorbeugen.

In gewisser Weise erinnert „time-shiftig education“ an die Organisation von Fernlehre. Auch hier gibt es eine Phase, in der mit Hilfe von Lernmaterialien eigenständig gearbeitet wird. In Präsenzveranstaltungen kommt es dann zu einer Vertiefung und Ergänzung des Stoffes. In dieser Perspektive ist das Konzept also reichlich betagt und nicht gerade innovativ.

Weitere Ressourcen:

http://usergeneratededucation.wordpress.com/2011/06/13/the-flipped-classroom-model-a-full-picture/

http://www.scoop.it/t/the-flipped-classroom/p/477741643/time-shifting-instruction-flipped-teaching-and-classrooms-technology-with-intention

Ein Portal zum Flipped Class Network

Dissertation zum Thema:
Ramsey Musallam: THE EFFECTS OF USING SCREENCASTING AS A MULTIMEDIA PRETRAINING TOOL TO MANAGE THE INTRINSIC COGNITIVE LOAD OF CHEMICAL EQUILIBRIUM INSTRUCTION FOR ADVANCED HIGH SCHOOL CHEMISTRY STUDENTS. San Francisco May 2010

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Written by burklehmann

30. Oktober 2011 um 1:08 pm

Veröffentlicht in E-Learning, Fernstudium

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