Online-Distance Education and more …

For a better education

Jeder kann was!

leave a comment »

Früher sollten die Menschen gebildet sein, heute brauchen sie Kompetenzen. Hergestellt werden sollen sie in Bildungseinrichtungen: In Schulen, Kindergärten und Hochschulen. Und diese Kompetenzen sollen messbar sein, damit man sie vergleichen und verwenden kann. Was hier als Kompetenz annonciert wird, ist keineswegs ein später Triumph kritisch-theoretischer Ausführungen zu einer „Theorie der Kommunikativen Kompetenz“  (Habermas) in der die Idee der Mündigkeit aufgehoben ist, wie es noch ganz altdeutsch heißt. Ganz im Gegenteil: Der in den Ring geworfene Begriff von Kompetenz verdankt sich Diskursen der Berufsbildung und vor allem einer nach Art der Ingenieurwissenschaften operierenden Psychologie, die sich die Zerlegung des Menschen in ein Bündel von Eigenschaften zur Aufgabe gemacht hat. Vor diesem Hintergrund ist es erfrischend das Buch von Andreas Gelhard in die Hand zu nehmen:

gelhrd

Im Klappentext heißt es:

„Prüfen, messen, testen: zur Kritik der Kompetenz. „Testing for competence rather than for intelligence“ dieser Titel David McClellands stand zu Beginn der 70er Jahre für eine scharfe Kritik an der These von der „angeborenen“ Intelligenz, die mit psychologischen Mitteln soziale Ungleichheiten zementiert. Seitdem ist der Begriff der Kompetenz zum Kassenschlager einer psychologischen Industrie geworden, die privates Lebensglück, soziale Sicherheit und beruflichen Erfolg unterschiedslos auf die Ausbildung entsprechender Kompetenzen zurückführt. Das neue Testing Movement verkauft „Kompetenzkapital“ als Wettbewerbsvorteil und empfiehlt sich als Begleiter auf dem Weg in die „Kompetenzgesellschaft“. Eine Kritik, die auf diese Situation mit einem „Ja, aber“ reagiert und hofft, aus den Techniken der Personalentwicklung Kapital für die eigene Persönlichkeitsentfaltung schlagen zu können, wiederholt letztlich nur die Marketingversprechen der Psychoindustrie. Sie verzichtet auf die Möglichkeit, „in eigener Person zu sprechen“, die nach Kant den „öffentlichen Gebrauch der Vernunft“ kennzeichnet. Um diese Möglichkeit offen zu halten, bedarf es einer Analyse der gegenwärtigen Situation, die zugleich durch eine Ausweitung informeller Prüfungssituationen in zahlreichen Gesellschaftsbereichen und einen Boom auf dem Gebiet standardisierter Testformate gekennzeichnet ist.“

Video-Vortrag

Weitere Verweise zum Thema:

http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/741319/Von-der-Moral-zur-Eignung_Eine-Kritik-der-Kompetenz

http://bosb.de/blog/?p=210

http://bildungundgutesleben.wordpress.com/2011/05/29/kompetenz-was-ist-das-drei-bucher-zur-kritik-des-kompetenzbegriffes/

Zum Autor: [mehr]

Advertisements

Written by burklehmann

6. Juli 2012 um 9:36 am

Veröffentlicht in Bildung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: